ZfZ-Studie zur Bedeutung des Salzburger Messezentrums!

Vor kurzem wurde die Umwegrentabilitätsstudie „Die wirtschaftliche Bedeutung des Messezentrums Salzburg“, durchgeführt von Reinhard Hofbauer und Bernd Gaubinger vom Zentrum für Zukunftsstudien (ZfZ), fertiggestellt und vom Auftraggeber Salzburger Messegesellschaft der Öffentlichkeit präsentiert.

Die wirtschaftliche Bedeutung des Messezentrums Salzburg geht über die Veranstaltung von Messen weit hinaus. Von besonderer volks- und regionalwirtschaftlicher Bedeutung sind die durch das Messezentrum ausgelösten Kaufkrafteffekte: Durch den Aufenthalt von Messebesuchern (geringer durch Reisetätigkeit) sowie die Tätigkeit von Ausstellern auf den Messen werden umfangreiche regionale und überregionale Nachfrageeffekte ausgelöst. Die Ausgaben der Messebesucher und Aussteller in der Messeregion Salzburg erhöhen den Produktionswert, die Wertschöpfung und die Beschäftigung in den dadurch betroffenen Branchen, insbesondere der Gastronomie, der Hotellerie, des Handels sowie den Unternehmen im Bereich Repräsentation/Werbung.

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie:

  • Die unmittelbar messeinduzierten Ausgaben von Besuchern und Ausstellern beliefen sich im Jahr 2012 auf 65,8 Mio. Euro. Aus diesen Ausgaben resultiert ein gesamtwirtschaftlicher Produktionswert von 151 Mio. Euro. Auf die österreichische Wirtschaft entfallen davon rd. 130 Mio. Euro, der regionale Produktionswert lässt sich mit rd. 91 Mio. Euro beziffern.
  • Am stärksten profitieren von diesen Ausgaben die Unternehmen der Gastronomie, des Nächtigungsgewerbes, des Handels sowie Unternehmen im Bereich Werbung/Repräsentation.
  • Durch das Messezentrum werden beachtliche Beschäftigungseffekte ausgelöst: Österreichweit werden 1.200, in der Region Salzburg 850 Beschäftigungsverhältnisse geschaffen bzw. gesichert. In Vollzeitäquivalenten sind das rd. 970 in Österreich, auf die Region Salzburg entfallen rd. 680.
  • Die durch das Messezentrum ausgelösten fiskalischen Effekte belaufen sich auf rd. 18 Mio. Euro.

Für weitere Informationen wenden Sie sich direkt an Reinhard Hofbauer und Bernd Gaubinger.

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Wie viel direkte Demokratie braucht ein politisches System?

Das Zentrum für Zukunftsstudien bietet mit seiner Working Paper Serie ein Forum zur Diskussion von aktuellen Fragen aus verschiedenen Themenfeldern und veröffentlicht Gastbeiträge.

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Wie viel direkte Demokratie braucht ein politisches System?
von Nino Ebner

„Fast die Hälfte kehrt der Demokratie den Rücken, ein Fünftel sehnt sich nach dem starken Mann. Wohin driftet Österreich?“ ist da etwa im Profil zu lesen. Seit Jahren wird in der medialen Öffentlichkeit das Thema „Politikverdrossenheit“ mit seinen Ursachen und Folgen diskutiert. Dabei werden unterschiedliche Ausprägungen von Verdrossenheit festgestellt, die sich auf die politischen Eliten, die Parteien, andere politische Institutionen und/oder das politische System an sich beziehen können. Die Konsequenzen, die sich daraus ergeben, sind im politikwissenschaftlichen Diskurs zum Einen nicht unumstritten und zum Anderen noch weitgehend unerforscht3, manifestieren sich jedoch zumindest in unterschiedlichen Formen, die von Demokratieablehnung bis hin zu verstärkter politischer Teilhabe reichen können. Neben mehr politischer Bildung für Jugendliche4 wird sowohl von politikwissenschaftlicher, medialer und zivilbürgerlicher Seite (z.B. in Form des Demokratievolksbegehrens) als auch von den Parteien und politischen Institutionen selbst zunehmend eine Ausweitung der direkten Demokratie gefordert, um diesem Trend entgegenzuwirken. [Mehr]

Nino Ebner: Wie viel direkte Demokratie braucht ein politisches System? Auswirkung direktdemokratischer Elemente auf die In- und Output-Funktion von politischen Systemen

Seminararbeit, Salzburg, Juli 2013

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Kommentar zur Ausweitung des Arbeitstages

In den letzten Tagen war ein bestimmendes Thema in der öffentlichen Diskussion die Ausweitung des Normalarbeitstags auf zwölf Stunden. Auf jeden Fall sollte man zuerst einmal Ruhe bewahren: Es geht bei diesem Gesetzesentwurf nicht um eine generelle Anhebung der Arbeitszeit, die hier diskutierte Ausweitung der maximalen Arbeitszeit betrifft nur Ausnahmefälle. So sollen etwa längere Dienstreisen möglich sein.

Trotzdem ist eine wie auch immer gelagerte Ausweitung der täglichen Arbeitszeit ein falsches Signal. Dass die Zunahme von psychischen Krankheiten im Zusammenhang mit erhöhtem Arbeitsdruck und hoher Arbeitsbelastung stehen, dürfte sich mittlerweile auch auf der Ebene der Personalchefs herumgesprochen haben.

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Harte KV-Verhandlungen: Anzeichen für eine Re-Politisierung der Arbeitsbeziehungen?

Anfang März wurden die Kollektivvertragsverhandlungen im Finanzbereich abgebrochen, da es zu keiner zufriedenstellenden Einigung zwischen den Interessensgruppen gekommen ist (ÖGB 07.03.2014). Dieser Abbruch fügt sich eine Reihe von harten geführten Kollektivvertragsverhandlungen der letzten Jahre ein, was als Re-Politisierung der Arbeitsbeziehungen gedeutet werden kann.

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Einkommen der ArbeiterInnen und Angestellten in Salzburg

Zum Jahresende 2013 hat die Arbeiterkammer Salzburg  die jährlich erscheinende Studie „Einkommen 2012 der ArbeiterInnen und Angestellten in Salzburg“ präsentiert. Die Studie nimmt dabei die Einkommenssituation im Bundesland Salzburg genau unter die Lupe und liefert so ein differenziertes Bild im Vergleich zur österreichweiten und regionalen Einkommensentwicklung. Die Daten basieren vorwiegend auf dem Bruttomedianeinkommen  des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger [1].

Die „Serie Zukunft mit Zahlen“ hat sich bereits in früheren Beiträgen mit der Reallohnentwicklung, der Entwicklung der Einkommen in Salzburg nach den Daten der Sozialversicherung, sowie dem „gender pay gap“  am Salzburger Arbeitsmarkt beschäftigt.

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Die Ukraine und das Europa von unten

Die Europäische Union ist ein Friedensprojekt. Sie hat maßgeblich zur Beruhigung und zum Wohlstand des Kontinents beigetragen, auch wenn sie sich seit einigen Jahren in einer Krise befindet. Es gibt viele Erfolge in den letzten 50 Jahren, die man trotz aller berechtigter Kritik dem europäischen Integrationsprozess zuschreiben kann. Eines jedoch kann man nicht von der EU behaupten: dass sie von den BürgerInnen getragen würde. Denn es zählt nach wie vor zu ihren großen Defiziten, dass sie aufgrund unzureichender demokratischer Strukturen ein Elitenprojekt geblieben ist und keine europäische Öffentlichkeit hervorgebracht hat. Nicht ein einziges Mitgliedsland hat sich den Weg in die EU von unten, durch das Volk erarbeitet – geschweige denn durch einen Aufstand oder eine europäische Revolte. Von pro-europäischen Gruppierungen und einzelnen Akteuren wurde dies immer wieder bedauert. Viele Angehörige der europäischen Elite, Politiker und Philosophen, Künstler und Intellektuelle, haben in den letzten Jahren sogar das Gegenteil beklagt, dass nämlich die Völker sich mehr und mehr von der EU abwenden, das Vertrauen in ihre Lösungskompetenz verlieren, dass keine ausreichende Identifikation mit dem supranationalen Projekt gegeben ist. Und genau in dieser Phase der Eurosklerose geht ein Volk für Europa auf die Barrikaden.

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Neues Buch zu interkultureller Umfrageforschung im Springer VS Verlag

Die Zahl an veröffentlichten Umfragen hat in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen. Fast täglich berichten Medien über aktuelle Meinungen und Einstellungen der Menschen, meist mit einprägsamen Grafiken hinterlegt. Seriös sind solche vermeintlichen Studienergebnisse nicht immer. Häufig basieren sie auf hastig durchgeführten und methodisch mangelhaften Schnellumfragen. Selten sind sie theoriegeleitet und verlässlich. Zu den nationalen Umfragen gesellen sich immer öfter auch transnationale und transkulturelle hinzu, die sich meist als Ländervergleiche darstellen. Die bekanntesten dieser Instrumente sind das von der EU in Auftrag gegebene Eurobarometer, der World Values Survey oder diverse OECD-Studien. Die Qualität dieser Umfragen wird nun in einem neuen Buch genau unter die Lupe genommen: „Methodik und Methodologie interkultureller Umfrageforschung. Zur Mehrdimensionalität der funktionalen Äquivalenz“ von Reinhard Bachleitner, Martin Weichbold, Wolfgang Aschauer und Markus Pausch. Darin geht es um die Vergleichbarkeit und Äquivalenz von Umfragen in unterschiedlichen Ländern.

Das Buch ist im Springer VS Verlag erschienen. Für nähere Informationen klicken Sie hier: „Methodik und Methodologie interkultureller Umfrageforschung“

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EU braucht mehr Geld und mehr Parteipolitik

Vor kurzem haben die EU-ParlamentarierInnen zähneknirschend dem neuen Unions-Budget zugestimmt, das 135,5 Milliarden Euro für das Jahr 2014 und den gesamten EU-Raum (mit ca. 500 Millionen EinwohnerInnen) vorsieht. Zu mehr konnten sich die Mitgliedstaaten nicht durchringen. Und auch dieses Ergebnis wurde erst erreicht, nachdem Kommission und Parlament vor  Zahlungsunfähigkeit und Stillstand gewarnt hatten. Zum Vergleich dazu: Deutschland (80 Mio. EW) hat mehr als das Doppelte, nämlich knappe 300 Milliarden zur Verfügung. Die chronische Unterfinanzierung der EU liegt daran, dass nach wie vor die Beiträge der Mitgliedstaaten (max. 1 % des BIP der Länder) den Hauptanteil des Budgets ausmachen, und die Staats- und Regierungschefs bis dato keiner Reform zustimmen, die der Union mehr Eigenmittel bringen würde.

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Mythos Unsichere Pensionen

Vor geraumer Zeit wurde an dieser Stelle versucht, die Pensionsdebatte etwas zu entmystifizieren oder anders ausgedrückt: Es wurde dargestellt, warum öffentliche Pensionssysteme (Umlageverfahren) nicht so schlecht sind wie gemeinhin angenommen, und warum private Systeme (Kapitaldeckungsverfahren) nicht so vorteilhaft sind wie üblicherweise in den Medien und politischen Debatten behauptet wird.

Selbstverständlich ging die Debatte seither weiter, und daher soll an dieser Stelle ein weit verbreiteter Mythos aufgearbeitet und kritisiert werden, nämlich dass wir ohnehin keine Pensionen vom Staat bekommen. Das Hauptargument gegen die öffentlichen Pensionssysteme ist, dass sie aufgrund der Alterung der Gesellschaft (demographische Entwicklung) in Zukunft nicht zu finanzieren seien. Zu vielen PensionistInnen stehen zu wenige Personen im Erwerbsleben gegenüber, die die Pensionen finanzieren. Warum betrifft dieses Problem, wenn es doch ein gesamt gesellschaftliches Phänomen ist, jedoch nur das öffentliche Umlageverfahren? Nun, das tut es nicht. Das Risiko, ausgelöst durch den demographischen Wandel der Gesellschaften in industrialisierten Ländern, betrifft sehr wohl auch die privaten Systeme. Wie in einer aktuellen Publikation erklärt wird, sind auch die privaten Kapitaldeckungsverfahren diesem Risiko ausgesetzt. Ein kleines Gedankenexperiment: Eine Generation mit sehr vielen Mitgliedern, die „Baby-Boom-Generation“, geht verdienterweise in den Ruhestand. Diese Generation hat während des Erwerbslebens in private Pensionsversicherungen eingezahlt. Diese Pensionsfonds nehmen das Kapital und legen es in Aktien, Staatsanleihen oder sonstigen Finanztitel an. Nach mehreren Jahrzehnten gehen also viele dieser Kapitalbesitzer in Pension und verkaufen „ihr“ Finanzvermögen um daraus das Einkommen für den dritten Lebensabschnitt zu finanzieren. Wenn nun die nachkommende Generation weniger Mitglieder hat (weil beispielsweise die Geburtenrate mittlerweile gesunken ist), gibt es weniger Nachfrage für das Angebot an Finanzvermögen. Nun greift ein Kerngesetz der Volkswirtschaftslehre: sinkt die Nachfrage bei gleichbleibendem Angebot, so sinkt der Preis der Aktien und Staatsanleihen. Was wiederum heißt, dass das Finanzvermögen der jüngeren Generation weniger wert ist. Es bleibt noch zu erklären, warum dieses System einem öffentlichen Umlageverfahren vorzuziehen ist. Private Pensionsvorsorgesysteme, die über den Kapitalmarkt finanziert werden, sind weiteren Risiken ausgesetzt, die das öffentliche System nicht kennt.

  1. Kapitalmarktrisiko (rasche und signifikante Abwertung von Finanzvermögen à Stichwort Finanzkrisen)
  2. Insolvenzrisiko (Pensionsfonds, etc.)

Öffentliche Umlageverfahren sind also nicht unsicherer als private Kapitaldeckungsverfahren, ganz im Gegenteil. Weiters gibt es viele Stellschrauben an denen gedreht werden kann, nicht nur das Pensionsantrittsalter, das nur eine unter vielen Möglichkeiten ist, ein System nachhaltiger zu finanzieren. Man könnte einen Teil des staatlichen Zuschusses zu allgemeinen Pensionsleistungen über höhere Steuern auf Erbschaften, Schenkungen oder wirklich hohe Einkommen und Vermögen finanzieren. Die wichtigste Stellschraube ist eine nachhaltige Balance zwischen Erwerbstätigen und PensionsbezieherInnen, das bedeutet ausreichend sozialversicherungspflichtige Jobs, und nicht der Ausbau von Niedriglohnsektor und dergleichen. Ein zukunftsfähiges Pensionssystem trägt der Komplexität der Dinge Rechnung und kann nicht mit Tante-Emma-Lösungen gesichert werden.

Weitere Informationen und eine Aufstellung öffentliche versus private Pensionsversicherungen finden sich im Buch „Zehn Mythen zur Zukunft der Arbeit“ von ZfZ-Forschern Tobias Hinterseer und Christian Alexander Belabed, erhältlich hier.

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StaatsbürgerInnenschaft auf dem Prüfstand

Die Konferenz „Gendered Citizenship: History, Politics and Democracy“, die zu Ehren der norwegischen Historikerin Ida Blom am 14. und 15. Oktober 2013 an der Universität Bergen stattfand, bot internationalen Gender-ForscherInnen ein vielseitiges Programm. In den drei Hauptsträngen wurde zentralen Fragestellungen zu „Gender in the Public Sphere“, „Sexual Citizenship“ sowie „Representation, Democracy and Freedom“ nachgegangen. Von Frauenrechten im Sudan, über Mediendiskurse bis hin zu Quoten und Frauen in der Legislative reichten die Beiträge von WissenschafterInnen aus Europa, den USA sowie einigen afrikanischen Ländern. Während die konzeptionelle Seite der Konferenz in Bezug auf die Panels hätte gestärkt werden können, bestach die Tagung durch die Keynotes von international renommierten Wissenschafterinnen.

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