Zukunft mit Zahlen: Reallohnentwicklung in Salzburg

Der Reallohn gibt durch die Einbeziehung der Inflationsentwicklung Auskunft über die tatsächliche Kaufkraft des Gehalts.  Dieser sinkt seit zehn Jahren. Mit anderen Worten: Die ArbeitnehmerInnen bekommen immer weniger Lohn für ihre geleistete Arbeit. Im Jahr 2010 (das sind zurzeit die aktuellen Zahlen) kam es zu einem Anstieg der Bruttolöhne (Gehalt vor Abzug der Steuern und Sozialversicherung) um 0,8 % (1.823 €) und der Nettolöhne (Gehalt nach Abzug der Steuern und Sozialversicherung) um 0,4% (1.332 €). Inflationsbereinigt ergibt sich für die ArbeitnehmerInnen real jedoch ein Minus von 1,1%!

 

Quelle: Arbeiterkammer Salzburg/ Preisig

Im Österreich-Vergleich liegt Salzburg beim Einkommen nur an sechster Stelle: Das Bruttomedianeinkommen (Definition: Die eine Hälfte der Einkommen in Österreich befindet sich über dem Median, die andere Hälfte darunter) liegt mit 4,1 % unter dem österreichischen Schnitt. Das Einkommen der WienerInnen war 2009 sogar um 14,5% höher als das der SalzburgerInnen. So verdienten ArbeitnehmerInnen in Wien 2009 rund 4000 Euro pro Jahr mehr als ihre Salzburger Kolleginnen und Kollegen. Ausschlaggebend sind der in Salzburg stark vertretene Dienstleistungssektor und der Fremdenverkehr mit Saisonarbeit: Hier ist der Verdienst generell geringer.
Im täglichen Leben ist der erlebte Reallohnverlust noch höher. Die Statistik Austria erhebt mit ihrem „Miniwarenkorb“ Preisentwicklungen von Produkten des täglichen Gebrauchs. Hier liegt die Inflationsrate sogar bei rund 7%.
Der längerfristige Vergleich lässt auch nichts Gutes für die Zukunft hoffen: Die realen Nettoeinkommen sind zwischen 1999 und 2009 nur um 1,6% gestiegen und seit 1995 sogar um 0,8% gesunken. Das ist in Anbetracht der anhaltenden Preissteigerungen für Salzburgs Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer kein gutes Signal für die Zukunft.
Eine  starke Vertretung der ArbeitnehmerInnen durch Gewerkschaft und Arbeiterkammer sowie die Ausweitung und Festigung des Kollektivertragssystems ist eine Antwort auf diese Entwicklung. Nur so können faire Lohnabschlüsse wie im vergangenen Herbst erreicht werden. Eine weitere Maßnahme im Kampf gegen sinkende Reallöhne ist eine steuerliche Entlastung des Faktors Arbeit. Die letzte Steuerreform zeigte ihre Wirkung: Im Jahr 2009 kam es in Kombination mit einer niedrigen Inflationsrate in Salzburg zu einem Anstieg der Reallöhne von 2,9% gegenüber dem Vorjahr.

Quellen:
Statistik Austria (2012). Sonderauswertungen- Miniwarenkorb, URL: http://www.statistik.at/web_de/statistiken/preise/verbraucherpreisindex_vpi_hvpi/sonderauswertungen/index.html
Arbeiterkammer Salzburg (2011). Einkommen in Salzburg, Die tolle Leistung der Be-schäftigten in
Salzburg wird nicht belohnt, URL: http://www.ak-salzburg.at/online/einkommen-2010-63573.html?mode=
Arbeiterkammer Salzburg (2009). Einkommen 2009 der Unselbständigen Erwerbstäti-gen in Salzburg- Auswertung der Lohnsteuer 2009, Statistik Austria Wien

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