Monatsarchiv: Mai 2012

Zukunftstrend Genossenschaften: Zum „Internationalen Jahr der Genossenschaften“

„Cooperatives are a reminder to the international community that it is possible to pursue both economic viability and social responsibility“, so UNO Generalsekretär Ban Ki-Moon[1]

Mit dem Motto “Cooperative Enterprises Build a Better World” haben die Vereinten Nationen 2012 zum „Internationalen Jahr der Genossenschaften“ ernannt[2]. Dieser Kommentar gibt einen Überblick über die historische Entwicklung der Genossenschaftsbewegung und geht auf den allgemeinen gesellschaftlichen Nutzen der Genossenschaften und auf die  besondere Bedeutung in Krisenzeiten ein.

Verbindungen von Menschen mit gemeinschaftlichen wirtschaftlichen Interessen gibt es seit dem Mittelalter, z.B. die gemeinschaftliche Bewirtschaftung von Nutzflächen. Die Genossenschaften im heutigen Verständnis entwickelten sich Ende des 18. Jahrhundert. Robert Owen setzte 1799 mit seiner schottischen Baumwollspinnerei die ersten Akzente für die Genossenschaftsbewegung. Richtungsweisend waren neben den ersten landwirtschaftlichen Genossenschaften in Schweden und Dänemark zwei deutsche Experimente:

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“La salida de españoles se dispara un 36,6% este año por la crisis”

 „Die Auswanderung von Spaniern schnellt aufgrund der Krise um 36,6% in die Höhe“ titelte die spanische Tageszeitung El País am 25. Dezember vergangenen Jahres

„Sie gehen”, heißt es im Artikel weiter. „Zwischen Januar und September dieses Jahres  packten 50.521 Spanier ihre Koffer Richtung Ausland. Dies sind 36,6% mehr als diese Entscheidung im Jahr 2010 trafen.“ Zum ersten Mal in der jüngeren Geschichte des Landes übertrafen die Auswanderungen die Einwanderungen, so El País. „Es ist die Auswirkung der Wirtschaftskrise. Großbritannien, Frankreich, die USA und Deutschland sind die bevorzugten Ziele.“

Der hier angehängte Artikel wird diese Wanderungsbewegung anhand statistischen Materials über die Ein- und Ausreiseländer, anhand von Kennzeichen der emigrierenden Personen und den Umgang mit ihnen in den Einreiseländern beschreiben. Wie sich zeigen wird, sind viele dieser Merkmale durchaus von früheren Wanderungsbewegungen bekannt, ihr gleichzeigites Auftreten jedoch ist neuartig. Haben wir es also mit einem neuen Phänomen zu tun, mit einer – vorsichtig forumliert – neuen Form europäischer Krisenwanderung?

Der Beitrag soll, anhand des Beispiels Spanien, einen ersten Überblick zu dieser Frage verschaffen. Zudem sollen die angeführten Merkmale es erlauben, Wanderungen auch aus anderen aktuell von der Krise betroffenen Staaten und eventuelle zukünftige Krisenwanderungen systematisch bewertbar zu machen.

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