Zukunft mit Zahlen – Einkommen in Salzburg

Diese Serie am Blog des Zentrums für Zukunftsstudien beschäftigt sich mit den Entwicklungen der Einkommen im Land Salzburg. Vergangene Woche hat die Arbeiterkammer Salzburg den Kurzbericht „Salzburger Daten und Fakten- Arbeitsmarkt-Einkommen-Wirtschaft“ veröffentlicht.

Es zeigt sich, dass die Beschäftigung in Salzburg – betrachtet man die unselbstständig Beschäftigten und alle aktiv Beschäftigten (ohne KinderbetreuungsgeldbezieherInnen und Präsenzdiener) – mit einer Steigerung von 1,2 beziehungsweise 1,3 Prozent leicht zunimmt. Verantwortlich dafür ist vorwiegend die steigende Beschäftigung von Frauen. Beschäftigungsverhältnisse mit freien und geringfügigen freien Diensverträgen nehmen um rund 2 Prozent leicht ab, während eine Abnahme von 7% bei Leasingarbeit eher hoch einzustufen ist.

Die Zahlen zu den Einkommen in Salzburg spiegeln auch eine frappierende Lohnschere zwischen Frauen und Männern wider: Das monatlich durchschnittliche Nettoeinkommen der Frauen liegt mit 1.055 Euro (14 Mal pro Jahr) um fast 600 Euro unter dem Lohnniveau der Männer (1.627 Euro). Dieser große Unterschied erklärt sich zum Teil durch die höhere Teilzeitquote von Frauen. Betrachet man jedoch die Nettoeinkommen der Vollzeitbeschäftigten im Land Salzburg, ist noch immer ein eklatanter Unteschied im Lohnniveau feststellbar: im Durchschnitt verdienen vollzeitbeschäftigte Frauen mit 1.657 Euro fast 500 Euro weniger als ihre männlichen Kollegen (2.124 Euro). Das Bundesministerium für Frauen und öffentlichen Dienst geht von einer österreichweiten „gender pay gap“ von 25 Prozent aus. Rechnet man Berufswahl, Teilzeit und Überstunden heraus, bleiben immer noch 15-18 Prozent an nicht erklärbaren, „reinen Diskriminierungsprozenten“ über[1].

Diese Zahlen unterstreichen die Dringlichkeit einer Änderung dieser „gender pay gap“ am österreichischen Arbeitsmarkt: Frauen hätten bis zum 5. April 2013 arbeiten müssen, um gleich viel zu verdienen, wie die Männer mit Jahresende 2012[2] . In diesem Berich gibt es noch großen Nachholbedarf und die Lösung dieses Problems sollte daher ein zentraler Bestandteil des Regierungsprogramms in der nächsten Legislaturperiode sein.


[1] Bundeskanzleramt Österreich-Bundesministerium für Frauen und öffentlichen Dienst (2013). Gabriele Heinisch-Hosek: „Bleibe hart auf Kurs in Richtung Einkommensgerechtigkeit“, URL: http://www.frauen.bka.gv.at/site/cob__50892/6608/default.aspx (16.04.2013).

[2] ebenda

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