Archiv des Autors: Doris Rosenlechner-Urbanek

StaatsbürgerInnenschaft auf dem Prüfstand

Die Konferenz „Gendered Citizenship: History, Politics and Democracy“, die zu Ehren der norwegischen Historikerin Ida Blom am 14. und 15. Oktober 2013 an der Universität Bergen stattfand, bot internationalen Gender-ForscherInnen ein vielseitiges Programm. In den drei Hauptsträngen wurde zentralen Fragestellungen zu „Gender in the Public Sphere“, „Sexual Citizenship“ sowie „Representation, Democracy and Freedom“ nachgegangen. Von Frauenrechten im Sudan, über Mediendiskurse bis hin zu Quoten und Frauen in der Legislative reichten die Beiträge von WissenschafterInnen aus Europa, den USA sowie einigen afrikanischen Ländern. Während die konzeptionelle Seite der Konferenz in Bezug auf die Panels hätte gestärkt werden können, bestach die Tagung durch die Keynotes von international renommierten Wissenschafterinnen.

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Soziale Inklusion und Citizenship

Das Ziel der sozialen Inklusion lässt sich an der gleichberechtigten Teilhabe von Menschen am gesellschaftlichen Leben, an der Arbeitswelt und an sozialen Beziehungen festmachen. Anders ausgedrückt bedeutet Inklusion Zugang zu und Realisierung von politischen, zivilen, ökonomischen, sozialen und kulturellen Rechten. Diese werden als „unteilbar“ gedacht, da die Verwirklichung des einen Rechts von anderen Rechten abhängt.

Das Konzept der sozialen Inklusion steht damit in einem Naheverhältnis zu „Citizenship“. Dieser Begriff bezieht sich auf mehr als nur formale Staatsbürgerschaft. Citizenship definiert Rechte und Pflichten von Einzelnen gegenüber dem Staat sowie das rechtliche Verhältnis von Einwohner_innen untereinander. Dabei geht es nicht nur um Staatsbürger_innen, sondern um alle Menschen, die legalerweise oder trotz ungeklärtem oder ungewissem Aufenthaltsstatus innerhalb einer politischen Gemeinschaft leben und zu unterschiedlichen Graden an der Arbeitswelt und am politischen und gesellschaftlichen Geschehen teilnehmen (dürfen).

In normativ-theoretischer Hinsicht stellt sich die Frage, wie Citizenship so inklusiv wie möglich ausgestaltet werden kann, angesichts der Tatsache, dass das Konzept einschließende und ausschließende Tendenzen in sich vereint. Einerseits eröffnet es Teilhabemöglichkeiten an einer politischen Community; andererseits schließt es diejenigen aus, die als nicht-zur-Community-zugehörig definiert werden. Wenn jedoch soziale Inklusion das übergeordnete Ziel ist, muss auch Citizenship dementsprechend ausgestaltet werden.

Bausteine für ein inklusives Citizenship-Modell präsentiert der Artikel „Intersectionality and Inclusive Citizenship“, der am 22. März 2013 bei der European Conference on Politics and Gender (ECPG) an der Universitat Pompeu Fabra in Barcelona mit einem internationalen Fachpublikum diskutiert werden wird. Hier steht der Artikel zum Download zur Verfügung: Intersectionality and Inclusive Citizenship Article

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Ungleich unter Gleichen

„Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit (Solidarität)“ sind seit der französischen Revolution grundlegende Prinzipien eines liberalen Europas. Das Ideal der Gleichheit (für ausgewählte gesellschaftliche Gruppen) geht aber selbst in Europa mit Ungleichheit für andere einher, wie die Analyse von deutschen Partnerschafts- und Familienpolitiken zeigt. Wie kann man diese akzeptierte „Ungleichheit unter Gleichen“ erklären? Wie gelingt es, Ungleichheiten politisch zu argumentieren?

Der Beitrag kann hier heruntergeladen werden.

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