Archiv des Autors: Markus Pausch

ZfZ-Studie zur Bedeutung des Salzburger Messezentrums!

Vor kurzem wurde die Umwegrentabilitätsstudie „Die wirtschaftliche Bedeutung des Messezentrums Salzburg“, durchgeführt von Reinhard Hofbauer und Bernd Gaubinger vom Zentrum für Zukunftsstudien (ZfZ), fertiggestellt und vom Auftraggeber Salzburger Messegesellschaft der Öffentlichkeit präsentiert.

Die wirtschaftliche Bedeutung des Messezentrums Salzburg geht über die Veranstaltung von Messen weit hinaus. Von besonderer volks- und regionalwirtschaftlicher Bedeutung sind die durch das Messezentrum ausgelösten Kaufkrafteffekte: Durch den Aufenthalt von Messebesuchern (geringer durch Reisetätigkeit) sowie die Tätigkeit von Ausstellern auf den Messen werden umfangreiche regionale und überregionale Nachfrageeffekte ausgelöst. Die Ausgaben der Messebesucher und Aussteller in der Messeregion Salzburg erhöhen den Produktionswert, die Wertschöpfung und die Beschäftigung in den dadurch betroffenen Branchen, insbesondere der Gastronomie, der Hotellerie, des Handels sowie den Unternehmen im Bereich Repräsentation/Werbung.

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie:

  • Die unmittelbar messeinduzierten Ausgaben von Besuchern und Ausstellern beliefen sich im Jahr 2012 auf 65,8 Mio. Euro. Aus diesen Ausgaben resultiert ein gesamtwirtschaftlicher Produktionswert von 151 Mio. Euro. Auf die österreichische Wirtschaft entfallen davon rd. 130 Mio. Euro, der regionale Produktionswert lässt sich mit rd. 91 Mio. Euro beziffern.
  • Am stärksten profitieren von diesen Ausgaben die Unternehmen der Gastronomie, des Nächtigungsgewerbes, des Handels sowie Unternehmen im Bereich Werbung/Repräsentation.
  • Durch das Messezentrum werden beachtliche Beschäftigungseffekte ausgelöst: Österreichweit werden 1.200, in der Region Salzburg 850 Beschäftigungsverhältnisse geschaffen bzw. gesichert. In Vollzeitäquivalenten sind das rd. 970 in Österreich, auf die Region Salzburg entfallen rd. 680.
  • Die durch das Messezentrum ausgelösten fiskalischen Effekte belaufen sich auf rd. 18 Mio. Euro.

Für weitere Informationen wenden Sie sich direkt an Reinhard Hofbauer und Bernd Gaubinger.

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Die Ukraine und das Europa von unten

Die Europäische Union ist ein Friedensprojekt. Sie hat maßgeblich zur Beruhigung und zum Wohlstand des Kontinents beigetragen, auch wenn sie sich seit einigen Jahren in einer Krise befindet. Es gibt viele Erfolge in den letzten 50 Jahren, die man trotz aller berechtigter Kritik dem europäischen Integrationsprozess zuschreiben kann. Eines jedoch kann man nicht von der EU behaupten: dass sie von den BürgerInnen getragen würde. Denn es zählt nach wie vor zu ihren großen Defiziten, dass sie aufgrund unzureichender demokratischer Strukturen ein Elitenprojekt geblieben ist und keine europäische Öffentlichkeit hervorgebracht hat. Nicht ein einziges Mitgliedsland hat sich den Weg in die EU von unten, durch das Volk erarbeitet – geschweige denn durch einen Aufstand oder eine europäische Revolte. Von pro-europäischen Gruppierungen und einzelnen Akteuren wurde dies immer wieder bedauert. Viele Angehörige der europäischen Elite, Politiker und Philosophen, Künstler und Intellektuelle, haben in den letzten Jahren sogar das Gegenteil beklagt, dass nämlich die Völker sich mehr und mehr von der EU abwenden, das Vertrauen in ihre Lösungskompetenz verlieren, dass keine ausreichende Identifikation mit dem supranationalen Projekt gegeben ist. Und genau in dieser Phase der Eurosklerose geht ein Volk für Europa auf die Barrikaden.

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Neues Buch zu interkultureller Umfrageforschung im Springer VS Verlag

Die Zahl an veröffentlichten Umfragen hat in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen. Fast täglich berichten Medien über aktuelle Meinungen und Einstellungen der Menschen, meist mit einprägsamen Grafiken hinterlegt. Seriös sind solche vermeintlichen Studienergebnisse nicht immer. Häufig basieren sie auf hastig durchgeführten und methodisch mangelhaften Schnellumfragen. Selten sind sie theoriegeleitet und verlässlich. Zu den nationalen Umfragen gesellen sich immer öfter auch transnationale und transkulturelle hinzu, die sich meist als Ländervergleiche darstellen. Die bekanntesten dieser Instrumente sind das von der EU in Auftrag gegebene Eurobarometer, der World Values Survey oder diverse OECD-Studien. Die Qualität dieser Umfragen wird nun in einem neuen Buch genau unter die Lupe genommen: „Methodik und Methodologie interkultureller Umfrageforschung. Zur Mehrdimensionalität der funktionalen Äquivalenz“ von Reinhard Bachleitner, Martin Weichbold, Wolfgang Aschauer und Markus Pausch. Darin geht es um die Vergleichbarkeit und Äquivalenz von Umfragen in unterschiedlichen Ländern.

Das Buch ist im Springer VS Verlag erschienen. Für nähere Informationen klicken Sie hier: „Methodik und Methodologie interkultureller Umfrageforschung“

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EU braucht mehr Geld und mehr Parteipolitik

Vor kurzem haben die EU-ParlamentarierInnen zähneknirschend dem neuen Unions-Budget zugestimmt, das 135,5 Milliarden Euro für das Jahr 2014 und den gesamten EU-Raum (mit ca. 500 Millionen EinwohnerInnen) vorsieht. Zu mehr konnten sich die Mitgliedstaaten nicht durchringen. Und auch dieses Ergebnis wurde erst erreicht, nachdem Kommission und Parlament vor  Zahlungsunfähigkeit und Stillstand gewarnt hatten. Zum Vergleich dazu: Deutschland (80 Mio. EW) hat mehr als das Doppelte, nämlich knappe 300 Milliarden zur Verfügung. Die chronische Unterfinanzierung der EU liegt daran, dass nach wie vor die Beiträge der Mitgliedstaaten (max. 1 % des BIP der Länder) den Hauptanteil des Budgets ausmachen, und die Staats- und Regierungschefs bis dato keiner Reform zustimmen, die der Union mehr Eigenmittel bringen würde.

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Demokratie als Sisyphos-Arbeit? Veranstaltung zum 100. Geburtstag von Albert Camus

Am 7. November 2013 wäre der französische Widerstandskämpfer, Philosoph, Schriftsteller, Regisseur, Journalist und Nobelpreisträger Albert Camus 100 Jahre alt geworden. Sein Werk ist nach wie vor aktuell und nicht nur vom literarischen Standpunkt aus anspruchsvoll, sondern auch für die Sozialwissenschaften anregend und inspirierend. Während seine Romane „Der Fremde“ und „Die Pest“ stets als Klassiker der Weltliteratur gefeiert wurden, schien man seine Philosophie eines widerständigen und radikalen Pazifismus nach seinem Zwist mit Jean-Paul Sartre in den 1950er Jahren und seinem tödlichen Autounfall 1960 beharrlich zu ignorieren. Erst in letzter Zeit erhält sie wieder erhöhte Aufmerksamkeit.  Camus verurteilte die Heilsversprechungen und Prophezeiungen einer besseren Welt, egal aus welcher ideologischen Richtung sie kamen. Keine Utopie habe das Recht, das Glück der gegenwärtig lebenden Menschen einzuschränken. Gegenwärtige Ungerechtigkeiten dürfen demnach nicht mit einer goldenen, aber fernen Zukunft gerechtfertigt werden. Der Einzelne müsse sich gegen Misstände im Hier und Jetzt auflehnen, sich empören und einmischen. Der vor kurzem so populär gewordene Aufruf „Empört euch“ des französisch-deutschen Diplomanten Stéphane Hessel, ist derselben Grundhaltung geschuldet. Politisch höchst aktuell sind auch Camus´ Texte über das Fremdsein, die Abschaffung der Todesstrafe, über eine europäische Föderation und eine globale Demokratie. Das Literaturhaus Salzburg würdigt ihn mit einer Veranstaltung am 30. Oktober um 19 Uhr, in der es um die Frage nach der Aktualität seines Werkes im 21. Jahrhundert geht.

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Unternehmensdemokratie oder Gemeinwohlökonomie?

Die Globalisierung der Finanzmärkte und die weltwirtschaftlichen Entwicklungen, die ab den 1990er Jahren mit Einführung der WTO zu einer Liberalisierung des Weltmarktes führten, haben in den letzten Jahren eine Diskussion über alternative Wirtschaftsmodelle verstärkt. Parallel dazu entwickelte sich eine Widerstandsbewegung, die sich in sozialen Netzwerken und Protestbewegungen organisiert und breite Aufmerksamkeit erfährt. Von Globalisierungskritikern wie ATTAC und Occupy Wallstreet über Gewerkschaften bis hin zu religiösen Bewegungen gibt es viele Akteure, die den vorherrschenden ökonomischen Verhältnissen ablehnend gegenüberstehen. Der deutsche Politologe Claus Leggewie unterscheidet fünf Typen der Globalisierungskritik: Basisbewegungen aus PazifistInnen, FeministInnen und UmweltschützerInnen, die das Motto „Eine andere Welt ist möglich“ propagieren, „Insider“, zu denen er prominente Ökonomen wie Joseph Stiglitz zählt, eine akademische Linksbewegung, die gegen neoliberale Prinzipien auftritt, sozialreformerische Kirchen sowie rechtsextreme und nationalistisch/faschistische Strömungen (vgl. Leggewie 2003). Die Alternativen, die aus diesen Gruppen zur vorherrschenden Weltwirtschaft angeboten werden, sind unterschiedlich in Hinblick auf ihre Qualität, ihre Konzeptualisierung und ihre Darstellung. Im folgenden sollen zwei, auch betriebswirtschaftlich relevante Modelle etwas genauer beleuchtet werden: jenes der Gemeinwohlökonomie und jenes der Unternehmensdemokratie.

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Beitritts- statt Austrittswelle: Wie groß kann die EU noch werden? Ein Kommentar aus Anlass des EU-Beitritts Kroatiens

Mit 1. Juli ist Kroatien das 28. Mitgliedsland der Europäischen Union. Ein Beitritt in einer Zeit, in der immer öfter vom Ende der EU geunkt und in manchen Ländern sogar laut über einen Austritt nachgedacht wird. Trotz aller Krisen hat sich die Union offenbar so viel Attraktivität bewahrt, dass sie sich nach wie vor vergrößert statt verkleinert. Jede neue Erweiterung stellt sie aber auch vor Herausforderungen in Hinblick auf die Stimmverteilung im Rat, die Abgeordnetenzahl im Europäischen Parlament, die finanzielle Umverteilung zwischen Nettozahlern und –empfängern, usw. Jede neue Erweiterung erschwert auch künftige Reformen der Verträge, die Einführung europäischer Steuern (etwa einer Finanztransaktionssteuer) oder gar das Zustandekommen einer europäischen Verfassung, da in diesen Fragen Einstimmigkeit notwendig ist und somit jedes neue Mitglied auch die Zahl der Vetoplayer erhöht. Und mit jedem neuen Land stellt sich die Frage, wie weit sich die EU territorial noch ausdehnen kann und wo Europa endet.

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