Archiv des Autors: Reinhard Hofbauer

Warum sollen Unternehmer ethisch handeln?

Wirtschaftlich und gesellschaftlich unerwünschte Resultate werden in modernen Gesellschaften gerne dem Werteverfall, der Charakterschwäche der Politiker oder der Geldgier der Manager zugeschrieben. Als ursächliche Begründung für negative Folgen greifen solche Erklärungen allerdings zu kurz. Probleme werden zwar von Einzelunternehmen erzeugt, aber kaum – freiwillig – von ihnen gelöst. Das hängt nicht ursächlich mit mangelnder Ethik zusammen, sondern systematisch mit ihrer Stellung im Wettbewerb. Gesellschaftlich erwünschte Resultate hingegen können am besten als Nebenprodukte von eigeninteressierten Handlungen unter klaren ordnungspolitischen Rahmenbedingungen erreicht werden. Denn die Gewinnerzielung ist als nicht zu ersetzende Quelle unseres Wohlstands quasi selbst zur moralischen Pflicht aufgestiegen. Zu viele gesellschaftliche Interessen und Triebkräfte sind daran gekoppelt als dass es möglich wäre, den Zusammenhang von materieller Wohlfahrt und Lebensqualität nicht  immer wieder neu zu behaupten. Ohne unternehmerische Gewinne und anschließende Umverteilung der Gewinne sind Sozialstaat, Wohlstand und Lebensqualität nicht zu halten. Die Rolle ethisch handelnder Unternehmen bleibt demgegenüber recht bescheiden. Ethisches Handeln manifestiert sich vorrangig in der Schaffung von Rahmenbedingungen in Zeiten ökonomischer Freiräume, die in Zeiten der ökonomischen Zuspitzung die Handlungsoptionen aller zueinander in Konkurrenz stehenden Akteure einschränkt. Ethisches Handeln misst sich folglich nicht am Verhalten in Extremsituationen. Dies stellt in der Regel eine Überforderung der Betroffenen dar, die in solchen Kontexten der primären Handlungslogik ihres Bezugssystems folgen müssen. Der gesamte Beitrag ist in dem Buch „Marktwirtschaft für Menschen“ (Hrsg. C. Sedmak/E. Kapferer/K. Oberholzer) online nachzulesen.

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Die Gute Arbeit 2020

Diskussionsbeitrag auf Einladung des Renner Instituts Salzburg:

Kunstfehler der Zukunftsforschung passieren häufig dann, wenn nur die Veränderungen in den Blick genommen werden aber das, was gleich bleibt, aus dem Blickfeld verschwindet. Wenn zudem der geschäftliche Aspekt der Vorausschau zu stark in den Vordergrund tritt und aus neuen, randständigen Erscheinungen ein mediengerecht aufbereiteter „Megatrend“ konstruiert wird werden schnell „Megatrends“ entwickelt.  „Echte“ Trends dagegen vollziehen sich langsamer, sind dauerhaft und haben Auswirkungen auf die ganze Gesellschaft. Solche Trends sind zweifellos die steigende Erwerbsbeteiligung von Frauen, die Flexibilisierung der Erwerbsarbeit oder die Beschleunigung von Arbeitsprozessen. Kein solcher Trend wäre das Ende der Vollbeschäftigung oder der sozialen Sicherungsfunktion von Erwerbsarbeit. Die Flexibilisierung als stärkster Trend der jüngeren Arbeitswelt hat verschiedene Formen hervorgebracht, aber kein einheitliches Flexibilisierungsmuster. Weder steht uns eine Arbeitswelt bevor in der die subjektiven Entfaltungsmöglichkeiten aller Beschäftigten endlich zum Tragen kommen können, noch tauchen wir ein in das Zeitalter der Prekarität. Lesen Sie den gesamten Beitrag von Reinhard Hofbauer hier.

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