Archiv der Kategorie: Zukunft:Bildung

Zur Veröffentlichung des aktuellen Integrationsberichts und der Handlungsempfehlungen des unabhängigen Expertenrats für Integration

In seinem 54-seitigen Papier erarbeitet der unabhängige Expertenrat für Integration aus wissenschaftlichen Erkenntnissen zu den Themen Migration und Integration Empfehlungen für politische Maßnahmen, die dann der Arbeit das Staatssekretärs für Integration, Sebastian Kurz, zugrunde liegen sollen. Dieser betont auch entsprechend die Bedeutung der wissenschaflichen Expertise für ein Thema, das gesellschaftlich nicht immer sachlich verhandelt wird. „Gerade bei einem oftmals emotional behafteten gesellschaftspolitischen Thema müssen Fakten und eine umfassende Expertise für sich sprechen, fernab von Ideologie und festgefahrenen Dogmen“, heißt es in seinem Vorwort.

Im Kreis um Heinz Fassmann, dem Vorsitzenden des Expertenrats, wird daher auch gerne von Evidenz gesprochen – also der besten verfügbaren Belegbarkeit von Sachverhalten. Ein evidenzbasiertes Vorgehen allerdings sollte das Ratgeben möglichst ausschließen und die Schlussfolgerungen PraktikerInnen der realen Welt – hier der Politik – überlassen. Wissenschaft in diesem Verständnis ist gefordert, wissenschaftliche Ergebnisse zur Verfügung zu stellen und eben gerade nicht, sich in Fragen der Politik einzumischen.
Weiterlesen

Advertisements

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Uncategorized, Zukunft:Bildung, Zukunft:Migration

Transhumanismus, oder: das bessere Leben ohne uns

Gastvortrag von Prof. Dr. Richard Saage am ZfZ

ImageMit Prof. Dr. Richard Saage besuchte am 23. Mai der wohl renommierteste Utopieforscher im deutschsprachigen Raum das Zentrum für Zukunftsstudien und die Fachhochschule Salzburg. In einem Gastvortrag diskutierte Saage die Frage, ob die transhumanistische Bewegung an die Tradition großer utopischer Gesellschaftsentwürfe anschließen kann oder nicht. Dieser Anspruch steht zumindest im Raum: Ziel des Transhumanismus ist die Verbesserung des Menschen. Durch genetische Manipulation, Nanotechnologie, Einnahme von Wirkstoffen oder Anreicherung des Körpers mit maschinellen Anteilen (Implantaten) soll die menschliche Evolution in die eigene Hand genommen werden. Es geht dem Transhumanismus um die Verlängerung des menschlichen Lebens, als Fernziel winkt gar die Unsterblichkeit.

So abwegig und befremdlich sich die konkreten Vorhaben des Transhumanismus darstellen, so weit ist dessen Verbreitung und auch seine mediale Aufmerksamkeit (z.B. [1], [2]). Dies war auch eine Warnung, die Saage gleich zu Beginn seines Vortrags aussprach: Auch wenn der Transhumanismus zuweilen Merkmale einer spleenigen Modeströmung aufweist [3], sollte man ihn nicht auf die leichte Schulter nehmen. Nicht wenige DenkerInnen und LenkerInnen fühlen sich dieser Bewegungen verpflichet, die – schaut man genauer hin – zentrale Elemente europäischer Denktraditionen und Gesellschaftsentwürfe für obsolet erklärt. Richard Saage hat genauer hingeschaut und arbeitete in seinem Vortrag mehrere grundsätzliche Unterschiede zwischen transhumanistischen Entwürfen und klassischen Utopien heraus:

Weiterlesen

Kommentare deaktiviert für Transhumanismus, oder: das bessere Leben ohne uns

Eingeordnet unter Zukunft:Bildung, Zukunft:Politik

Vitalisierung der Demokratie

Wie kann die österreichische Demokratie vitalisiert werden? Welche Rolle spielt dabei die Zivilgesellschaft? Und warum sollte die Politik mehr Bürgerbeteiligung fördern? Diesen und anderen Fragen wurde bei der Tagung „Vitalisierung der Demokratie“ am 14. Juni 2013 im Bildungshaus St. Virgil nachgegangen.

Markus Pausch vom Zentrum für Zukunftsstudien trug zum Thema „Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung als staatliches Politikfeld“ vor und diskutierte mit Stefan Wallner, Bundesgeschäftsführer der Grünen, Anja Hagenauer, Integrationsbüro Stadt Salzburg, Peter Braun, St. Virgil sowie Hannes Wezel, Baden Württemberg. Mehr Infos unter: Tagung „Vitalisierung der Demokratie“ St. Virgil

Auszüge aus dem Vortrag von Markus Pausch: Zivilgesellschaft-StVirgil

Kommentare deaktiviert für Vitalisierung der Demokratie

Eingeordnet unter Uncategorized, Zukunft:Bildung, Zukunft:Politik

Gouvernementalität und Soziale Arbeit – Theoretische Gedanken zum Aspekt der Machtausübung in einer sich wandelnden Gesellschaft

Ein zentraler Bestandteil der Sozialen Arbeit ist das Verhältnis zwischen SozialarbeiterIn und KlientIn, in dem Aspekte der Macht eine wichtige Rolle spielen. Dass eine Machtasymmetrie aufgrund des meist höheren Wissens zugunsten des Sozialarbeiters, der Sozialarbeiterin ausfällt, wird in der Regel anerkannt, doch genau diese Punkte – die Machtasymmetrie selbst und die Möglichkeit, das Verhältnis systematisch zu reflektieren – verlangen nach einer Auseinandersetzung mit dem Thema seitens der professionellen Sozialen Arbeit.

Im Artikel „Gouvernementalität und Soziale Arbeit. Theoretische Gedanken zum Aspekt der Machtausübung in einer sich wandelnden Gesellschaft“ steht die Gouvernementalität im Sinne Michel Foucaults als Modell im Blickpunkt. Es handelt sich bei dem Artikel um die Vorstellung und die kritische Besprechung eines Texts des Sozialpädagogen Simon Garbers.

Kommentare deaktiviert für Gouvernementalität und Soziale Arbeit – Theoretische Gedanken zum Aspekt der Machtausübung in einer sich wandelnden Gesellschaft

Eingeordnet unter Zukunft:Bildung

Was bringt die direkte Demokratie in Salzburg?

In der Stadt Salzburg wird seit einiger Zeit die Einführung neuer Instrumente direkter Demokratie diskutiert. Angelehnt an das in deutschen Bundesländern gültige dreistuftige Modell mit Initiativantrag, Bürgerbegehren und Volksentscheid sollen die BürgerInnen die Möglichkeit bekommen, sich initiativ in die Gesetzgebung einzubringen. Damit entspricht man einem Trend, der in den letzten Monaten und Jahren in Österreich immer stärker wird: dem Ruf nach mehr direkter Demokratie. Derzeit gibt es eine Reihe von Akteuren, die sich zum Ziel gesetzt haben, direktdemokratische Instrumente zu stärken. Dazu zählen u. a. die Initiativen „Mehr Demokratie“ und „Mein Österreich“, aber auch – mit jeweils unterschiedlichen Detailvorstellungen – fast alle größeren politischen Parteien. Der Grund für die derzeitige Popularität der direkten Demokratie ist die Unzufriedenheit mit der repräsentativen Demokratie, besonders mit der Parteipolitik. Seit Jahren ist das Vertrauen der Bevölkerung in die politischen Eliten relativ gering. Korruptionsskandale und Wirtschaftskrise verschärfen diesen Stimmungstrend. Die Stärkung der BürgerInnen im politischen Prozess soll die negativen Auswüchse der Parteiendemokratie in Grenzen halten und zu „echter Demokratie“ beitragen. Die Erwartungen an die direkte Demokratie sind hoch. Sie soll die Menschen politisch mobilisieren, das Interesse an Politik erhöhen, zu mehr Mitsprache führen, Ungerechtigkeiten abbauen und das Vertrauen in das politische System stärken. Ob sie in Salzburg das alles erfüllen wird, ist eine andere Frage.  Weiterlesen

Kommentare deaktiviert für Was bringt die direkte Demokratie in Salzburg?

Eingeordnet unter Uncategorized, Zukunft:Bildung, Zukunft:Politik

Zukunftsstrategien für eine alternsgerechte Arbeitswelt

Trends, Szenarien und Empfehlungen für das Bundesland Salzburg

Der Europäische Rat hat gemeinsam mit dem Europäischen Parlament das Jahr 2012 zum Europäischen Jahr für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen ausgerufen. Anlass hierfür ist ein Dauerbrenner zukunftsorientierter Forschung: der seit Jahren bekannte und anhaltende demografische Wandel.

Man muss ein Jahresmotto nicht überbewerten, aber der Umstand, dass von Brüssel aus zur Solidarität zwischen den Generationen aufgerufen wird, macht deutlich, dass dem demografischen Wandel ein erhebliches gesellschaftspolitisches Sprengpotential beigemessen wird. In der Tat stellt sich in vielen europäischen Ländern – gerade in ökonomisch angespannten Zeiten – die Frage nach der Sicherung der Sozialsysteme. Auch in Österreich steht einem wachsenden Anteil älterer Menschen (in Pension) ein stetig sinkender Anteil jüngerer Menschen (im Erwerbsalter) gegenüber.

Die Folgen des demografischen Wandels nur auf der Ebene der Nationalstaaten zu sehen, wäre jedoch eine grobe Vereinfachung. Während es auf nationaler Ebene um die sozialstaatliche Handlungsfähigkeit geht, steht für die Betriebe die langfristige Erhaltung der Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit im Vordergrund. Auf der Ebene der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer geht es schließlich darum, die individuelle Arbeitsmotivation und -fähigkeit bis zu dem – vermutlich später kommenden – Pensionseintritt zu erhalten.

Vor diesem Hintergrund hat das Zentrum für Zukunftsstudien in einer dreijährigen, durch die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) geförderten Studie die Situation für das Bundesland Salzburg untersucht und konkrete Handlungsstrategien für eine alternsgerechte Arbeitswelt entwickelt. Dabei wurde schnell deutlich, dass viele der betroffenen und verantwortlichen Akteure von der Komplexität des Problems überfordert sind und mit dem Aufschieben erforderlicher Maßnahmen oder gar Handlungsverzicht reagieren. Dabei handelt es sich gerade beim demografischen Wandel um einen Trend, mit dem zu rechnen ist: Demografische Veränderungen spielen sich in verhältnismäßig langen Zeiträumen ab. Das ermöglicht einerseits relativ stabile Prognosen, erschwert andererseits aber die kurz- und mittelfristige Beeinflussung demografischer Veränderungsprozesse. Für alle Beteiligten bedeutet dies, dass es bei der Gestaltung der Salzburger Arbeitswelt gerade darum gehen muss, sich vorausschauend und effektiv auf die zukünftigen Entwicklungen einzustellen.

Vor diesem Hintergrund brachte die Studie u.a. folgende Erkenntnisse zu Tage:

  • Struktur: Die Herausforderungen des demografischen Wandels können nur dann erfolgreich bewältigt werden, wenn die Akteure im Bundesland Salzburg koordiniert handeln. Eine besondere Verantwortung kommt hierbei den politischen Akteuren zu, die für die strukturellen Rahmenbedingungen auf dem Arbeitsmarkt im Bundesland Salzburg zuständig sind. Aufgrund der Komplexität der Thematik und der Wirtschaftsstruktur mit vielen kleinen Betrieben kann in der Breite nicht von einer umfassenden Initiative auf betrieblicher bzw. einer eigenverantwortlichen Initiative auf individueller Ebene ausgegangen werden.
  • Faktisches Pensionsantrittsalter: Die Erwerbsbevölkerung muss sich auf eine längere Lebensarbeitszeit einstellen. Politisches Ziel ist es, die Lebensarbeitszeit zu erhöhen und damit die Kluft zwischen dem gesetztlich vorgesehenen und dem faktischen Pensionsantrittsalter – derzeit beträgt die Differenz in Österreich mehrere Jahre – zu schließen. Es ist zu erwarten, dass der Zugang zu so genannten Ausnahme- und Härtefallregelungen durch politische Beschlüsse erschwert und ein vorzeitiger Pensionsantritt ökonomisch sanktioniert wird.  Dann wird es von den gesetzlichen und betrieblichen Initiativen abhängen, ob die Ausweitung der Lebensarbeitszeit sozialstaatlich geregelt und sozial verträglich ablaufen wird oder ob die zusätzliche Last von jeder und jedem Einzelnen alleine getragen werden muss.
  • Arbeitsfähigkeit: Die Voraussetzung für eine längere Lebensarbeitszeit ist die Arbeitsfähigkeit – insbesondere in Berufen, die sich durch eine hohe körperliche und psychische Belastung auszeichnen und in denen es z.T. kaum möglich ist, gesund und motiviert bis zum gesetzlich vorgesehenen Pensionsantrittsalter zu arbeiten.
  • Fachkräfte: Der demografische Wandel begünstig tendenziell den Mangel an qualifizierten Arbeitskräften. Dies kann in Zukunft zu einem Wettbewerb um „kluge Köpfe“ führen, der sich in einigen Unternehmen z.T. schon heute abzeichnet. Sowohl die Betriebe als auch das Bundesland Salzburg stehen in der Verantwortung, die (wirtschaftlichen) Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass die Region ein attraktiver Wirtschaftsstandort bleibt.
  • Qualifikation und Arbeitsmarkt: Der Forderung des Lebenslangen Lernens werden vermutlich nicht alle Gruppen am Arbeitsmarkt gerecht werden können. Daher ist eine verstärkte Polarisierung des Arbeitsmarktes anzunehmen, in der eine Gruppe von gut bis sehr gut Qualifizierten einer Gruppe von eher Geringqualifizierten gegenübersteht. Die Lage von gering Qualifizierten wird dadurch verschärft, dass in Zukunft auch für einfache Tätigkeiten der Qualifikationsbedarf steigen wird. Es bedarf daher Initiativen, um diesen Teil der Arbeitnehmerschaft auch in Zukunft über die Dauer des gesamten Erwerbslebens gewinnbringend in die Arbeitswelt zu integrieren.
  • Frauen: Die stärkere Integration von Frauen in den Arbeitsmarkt würde dazu beitragen, dass das Arbeitskräftepotenzial besser genutzt und die Belastungen in der Arbeitswelt besser verteilt würden. Dies setzt v.a. verbesserte Strukturen für Kinderbetreuung und Pflege voraus.
  • Einstellungen und Werte: Weniger konkret, aber nicht weniger wirkungsvoll als sozialstaatliche und betriebliche Regelungen sind die in der Gesellschaft verbreiteten Idealvorstellungen der Arbeitswelt. Defizitorientierte Altersbilder, stereotype Geschlechterrollen oder unreflektierte Annahmen über den Verlauf einer Arbeitsbiographie wirken stark auf das individuelle Erwerbsverhalten. Eine Auflockerung dieser „Arbeitsmarktkultur“ zu Gunsten einer alternsgerechten Arbeitswelt könnte die mitunter stärkste Wirkungsmacht haben.

Weitere Ergebnisse und eine genauere Beschreibung der für das Bundesland Salzburg entwickelten Szenarien finden sich auf in der beim LIT-Verlag erschienen Publikation „Zukunftsstrategien für eine alternsgerechte Arbeitswelt: Trends, Szenarien und Empfehlungen“.

Kommentare deaktiviert für Zukunftsstrategien für eine alternsgerechte Arbeitswelt

Eingeordnet unter Zukunft:Arbeit, Zukunft:Ökonomie, Zukunft:Bildung, Zukunft:Politik

Frühkindliche Bildung. Der Anfang vom Ende?

Wenn von Bildung die Rede ist, so ist in unseren Breiten meist schulische bzw. hochschulische Bildung gemeint. Aktuell wird  beispielsweise wieder über den freien Zugang zu Bildung auf der Ebene der Studiengebühren diskutiert.
Im Titel „Frühkindliche Bildung. Der Anfang vom Ende?“ steckt schon die These dieses Beitrages. Wenn man davon ausgeht, dass Bildung nicht erst mit dem Eintritt in die Schule beginnt, sondern bereits im Alter zwischen null und sieben Jahren entscheidende Weichen für die weitere Entwicklung gestellt werden, so müsste die institutionalisierte Bildung bereits in der Krabbelstube bzw. im Kindergarten beginnen. Dies scheint zumindest den Daten nach in Österreich noch nicht zur Gänze der Fall zu sein.
Doch was muss verändert werden? Wo soll man anfangen und wer sind in diesem Zusammenhang die AkteurInnen? Wie kann Bildung zukünftig aussehen? Welche Herausforderungen spielen in Zukunft eine Rolle?
Diese und andere Fragen werden in diesem WissensUpdate behandelt.

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Uncategorized, Zukunft:Bildung