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Buch Neuerscheinung am ZfZ: Zehn Mythen zur Zukunft der Arbeit

4483_001Wie wir in Zukunft arbeiten und wie sich die Arbeitswelt verändern wird, ist von vielen Einflussfaktoren abhängig. Die komplexen Entwicklungen werden in der Öffentlichkeit oft verkürzt dargestellt: Falsche Analysen und unrealistische Prognosen bieten Raum für Spekulationen und verdichten sich zu Mythen zur Zukunft der Arbeit, die meistens jeglicher wissenschaftlichen Grundlage entbehren. Gerade im heftig umkämpften Bereich der Arbeit und der Arbeitswelt ist es von großer Bedeutung, auf Basis welcher Erzählungen, und Interessen die Zukunft gestaltet wird. So scheint es, dass unser Pensionssystem bald kollabiert, Mindestlöhne den Wirtschaftsstandort gefährden und Gewerkschaften antiquiert sind- Aber ist da wirklich so? Christian A. Belabed und Tobias Hinterseer vom Zentrum für Zukunftsstudien Salzburg haben sich genau mit diesen und weiteren Themen beschäftigt und daraus ein gut verständliches Buch verfasst.

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Einkommensverteilung II – Balance Sheet Recessions

I. Balance Sheet Recessions und Einkommensverteilung

Eine ausgesprochen interessante Analyse der gegenwärtigen Krise hat der Ökonom Richard Koo vor kurzem publiziert (Koo 2011), die Studie ist online hier abzurufen. Koos Studie zufolge ist diese Rezession so tief und lang, weil alle wirtschaftlichen Sektoren – Haushalte, Unternehmen, Banken und Staaten – gleichzeitig versuchen, ihre Bilanz (balance sheet im Englischen) zu bereinigen. Das Resultat ist die schärfste und langwierigste Krise seit der Großen Depression der 1930er Jahre. Was Koo in seinem Paper allerdings nicht behandelt sind die Ursachen der Krise. Anders ausgedrückt: WARUM müssen alle auf einmal ihre Bilanz in Ordnung bringen?

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Ökonomen zur Euro-, Finanz- und Wirtschaftskrise

Die Financial Times Deutschland veröffentlicht in Kooperation mit Project Syndicate Beiträge von Ökonomen zur Wirtschafts- und Finanzkrise. Besonders empfehlenswert sind die Beiträge von Robert Skidelsky zu Sparen in der Krise, Kemal Dervis zu Deutschland’s Exportüberschüssen, Joseph Stiglitz zu Politikversagen und Barry Eichengreen zu Auswegen aus der Eurokrise.

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Geschäftsklima im Euroraum verbessert sich leicht

 Einschätzung allerdings weiterhin negativ

Eine aktuelle Umfrage der Europäischen Kommission (Business Climate Indicator, BCI) für die Eurozone zeigt einen leichten Anstieg der Einschätzung des Geschäftsklimas im Dezember 2011. Trotzdem bleibt der Wert im Minusbereich. Das bedeutet, dass das Geschäftsklima (die Erwartungen zur wirtschaftlichen Entwicklung) weiterhin eher negativ als positiv eingeschätzt wird. Der Economic Sentiment Indicator (ESI, der die Stimmungen über die wirtschaftliche Entwicklung in allen Sektoren abbildet, liegt mit 93,3 Punkten weiterhin unter dem langjährigen Durchschnitt (1990-2010 = 100), somit auch unter dem Wert vom November 2011 (93,8 Punkte) und weit unter dem Höchstwert vom Februar 2011 (108 Punkte): Vor allem die Konsumenten sind verunsichert:

„Confidence among consumers deteriorated by 1.2 points in the EU and by 0.7 points in the euro area, mainly on the back of growing concerns about their expected financial situation and savings. Consumers were also more pessimistic about future unemployment developments.“ (ESI)

Ein weiteres Zeichen für die anhaltende Vertrauenskrise waren Berichte über negative Zinsen auf deutsche Staatsanleihen (Berichte hier  und hier). Einfacher ausgedrückt: Investoren zahlen Deutschland Geld, um dessen Anleihen zu kaufen. Die Unsicherheit auf den Finanzmärkten ist offenbar derart groß, dass für relativ sicher geltende Anlagen – deutsche Staatsanleihen – ein zusätzlicher Preis gezahlt wird. Return OF money before return ON money. Ein klares Indiz dafür, dass sich die Vertrauenskrise weiter verschärft. Und das hat wiederum mit der zögerlichen und ungenügenden Reaktion der europäischen Staats- und Regierungschefs zu tun, die seit Frühjahr 2010 in unzähligen Gipfel- und Krisentreffen offenbar das Vertrauen der Investoren eben nicht zurück gewinnen konnten – too little, too late. Standard & Poor’s begründet das kürzlich erfolgte Downgrading mehrerer Euro-Länder (darunter Österreich) folgendermaßen:

[W]e believe that a reform process based on a pillar of fiscal austerity alone risks becoming self-defeating, as domestic demand falls in line with consumers‘ rising concerns about job security and disposable incomes, eroding national tax revenues.

Um den Turnaround zu schaffen, wäre ein Politik- und Paradigmenwechsel notwendig, der Investitionen in Wachstumsbranchen (Bildung, öffentliche Infrastruktur, Beschäftigung) vorsieht. Das Wirtschaftsforschungsinstitut WIFO warnt vor den Auswirkungen der Krise, wenn die Konsolidierungsbemühungen „nicht wachstumsorientiert und mit Blick auf die Arbeitsmarktentwicklung gesetzt werden“ (Pressemitteilung hier). Laut WIFO wird das Wachstum 2012 nur 0,4% (real) betragen, und die Arbeitslosigkeit auf über 7% ansteigen, und damit ähnlich hoch sein wie 2009.

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Exportorientierung nicht zukunftsfähig

Die aktuellen Wirtschaftsprognosen von IHS und WIFO prognostizieren für 2012 ein deutlich verlangsamtes Wirtschaftswachstum von lediglich 1,3% (IHS) bzw. 0,8% (WIFO). Grund ist laut WIFO-Presseaussendung das nachlassende Investitionsvolumen aufgrund von Unsicherheiten in Verbindung mit der (fälschlicherweise so genannten, Anm.) Schuldenkrise. Ein weiterer Grund dürfte wohl eher in der nachlassenden Wirtschaftskraft der Haupthandelspartner Österreichs im Euroraum (v.a. in Deutschland) liegen. Die Spar- und Konsolidierungspolitik der Eurostaaten führt zu einem Einbruch der Nachfrage in diese Länder und damit – wenig überraschend – zu einem Rückgang der österreichischen Exporte in diesen Ländern, die jedoch der Wachstumstreiber des letzten Aufschwungs waren. Aufgrund der zurückhaltenden Lohn- und Einkommenspolitik fällt die Binnennachfrage als Wachstumsmotor ebenfalls aus.

Was es braucht, ist somit Erstens eine expansive Lohn- und Einkommenspolitik zugunsten der untersten und mittleren Einkommen. Deren Konsumneigung (Anteil der Konsumausgaben am zusätzlichen Einkommen) ist weitaus höher als die der oberen Einkommensschichten. Das stärkt die inländische Nachfrage, erhöht die Importe und führt zu einer ausgeglicheneren Leistungsbilanz Österreichs mit seinen Haupthandelspartnern, und verringert so die Ungleichgewichte in der Eurozone. Innerhalb der Eurozone sind die Überschüsse des einen eben auch die Defizite des anderen. Zweitens benötigt es eine expansive Investitionspolitik mit niedrigen Realzinsen bzw. Investitionen der öffentlichen Hand in die produktiven Kapazitäten einer Volkswirtschaft (Bildung, Energieeffizienz, Verkehrseffizienz, etc.) und ein stringentes Konjunkturprogramm um die Unsicherheiten bei den Investoren abzubauen sowie Kaufkraftverluste aufzufangen. Die letzten vier Jahre (v.a. in Griechenland) haben gezeigt, dass sich ein Land eben nicht aus einer schweren Rezession heraus sparen kann. Gerade die Sparpakete und die damit verbundenen negativen bzw. niedrigen Wachstumsraten in der Eurozone beflügeln die Unsicherheiten weiter, reduzieren die Investitionstätigkeit und wirken negativ auf das Wirtschaftswachstum. Drittens braucht es einen stärkeren Fokus auf Fiskalpolitik als stabilisierendes Instrument. Die Konjunkturprogramme sind notwendiger denn je. Kurz: ein New New Deal für Europa. Eine konzertierte Kraftanstrengung mit Geld- und Fiskalpolitik, Einkommenspolitik und Re-Regulierung der Finanzmärkte.

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