Schlagwort-Archive: Volkswirtschaft

Einkommensverteilung II – Balance Sheet Recessions

I. Balance Sheet Recessions und Einkommensverteilung

Eine ausgesprochen interessante Analyse der gegenwärtigen Krise hat der Ökonom Richard Koo vor kurzem publiziert (Koo 2011), die Studie ist online hier abzurufen. Koos Studie zufolge ist diese Rezession so tief und lang, weil alle wirtschaftlichen Sektoren – Haushalte, Unternehmen, Banken und Staaten – gleichzeitig versuchen, ihre Bilanz (balance sheet im Englischen) zu bereinigen. Das Resultat ist die schärfste und langwierigste Krise seit der Großen Depression der 1930er Jahre. Was Koo in seinem Paper allerdings nicht behandelt sind die Ursachen der Krise. Anders ausgedrückt: WARUM müssen alle auf einmal ihre Bilanz in Ordnung bringen?

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Sparpolitik ohne Alternative?

Ein kürzlich erschienener Beitrag für das Jahoda-Bauer-Institut in Linz zu einer aktuellen Studie zur Auswirkung der europäischen Austeritätspolitik und möglichen Alternativen. Conclusio: Eurobonds wären eine geeignete Alternative zur gegenwärtigen Sparpolitik in Europa.

Der Beitrag kann hier heruntergeladen werden.

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Eurozone rutscht weiter ab

Die Eurozone ist nach aktuellen Meldungen des WIFO in eine Rezession gerutscht. EU-weite Umfragen unter Geschäftsleuten und privaten Haushalten in der gesamten Eurozone bestätigen diesen Trend. Ein kurzer Rückblick: Im Gefolge der Finanzkrise wurde von den Staats- und Regierungschefs, gemeinsam mit der EU-Kommission ein umfassendes Governance-Paket geschnürt, dass Überwachung (Monitoring) und wirtschaftliche Kooperation innerhalb der Eurozone garantieren sollte. Die folgende Grafik zeigt, was genau wann geschehen soll (Quelle hier).

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EU Interim Prognose 2012

Die Europäische Kommission hat kürzlich – im Rahmen des „Europäischen Semesters“ – im vergangenen Februar ihre vorläufige Prognose für 2012 vorgelegt. Das Bruttoinlandsprodukt der Europäischen Union (27 Mitgliedsländer) wird demnach stagnieren, während es in der Eurozone (17 Länder) sogar rückläufig ist – eine Rezession setzt ein. Obwohl die Kommission die negativen Effekte auf das Wirtschaftswachstum erkennt, gibt es offensichtlich keinen Grund die wirtschaftspolitische Strategie des Sparens zu modifizieren:

„Member States have adopted additional measures to pursue necessary fiscal consolidation as the sovereign debt crisis in some euro-area Member States lingers on, although this is likely to weigh on growth perspectives in the short run.“

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Ist Beschäftigungspolitik nur ein Übersetzungsfehler?

Eurostat veröffentlichte kürzlich aktuelle Arbeitslosenzahlen für die Eurozone und die Europäische Union. Sowohl in der Eurozone, als auch in der EU, stagniert die Arbeitslosigkeit demnach auf hohem Niveau. In der Eurozone lag die Arbeitslosenquote im Dezember 2011 bei 10,4% und damit unverändert gegenüber November 2011. Im selben Zeitraum des Vorjahres lag die Arbeitslosenquote bei 10%. In der Europäischen Union lag die Arbeitslosenquote im Dezember 2011 bei 9,9% und damit unverändert gegenüber November 2011. Im Dezember 2010 lag die Arbeitslosenquote bei 9,5%.

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Geschäftsklima im Euroraum verbessert sich leicht

 Einschätzung allerdings weiterhin negativ

Eine aktuelle Umfrage der Europäischen Kommission (Business Climate Indicator, BCI) für die Eurozone zeigt einen leichten Anstieg der Einschätzung des Geschäftsklimas im Dezember 2011. Trotzdem bleibt der Wert im Minusbereich. Das bedeutet, dass das Geschäftsklima (die Erwartungen zur wirtschaftlichen Entwicklung) weiterhin eher negativ als positiv eingeschätzt wird. Der Economic Sentiment Indicator (ESI, der die Stimmungen über die wirtschaftliche Entwicklung in allen Sektoren abbildet, liegt mit 93,3 Punkten weiterhin unter dem langjährigen Durchschnitt (1990-2010 = 100), somit auch unter dem Wert vom November 2011 (93,8 Punkte) und weit unter dem Höchstwert vom Februar 2011 (108 Punkte): Vor allem die Konsumenten sind verunsichert:

„Confidence among consumers deteriorated by 1.2 points in the EU and by 0.7 points in the euro area, mainly on the back of growing concerns about their expected financial situation and savings. Consumers were also more pessimistic about future unemployment developments.“ (ESI)

Ein weiteres Zeichen für die anhaltende Vertrauenskrise waren Berichte über negative Zinsen auf deutsche Staatsanleihen (Berichte hier  und hier). Einfacher ausgedrückt: Investoren zahlen Deutschland Geld, um dessen Anleihen zu kaufen. Die Unsicherheit auf den Finanzmärkten ist offenbar derart groß, dass für relativ sicher geltende Anlagen – deutsche Staatsanleihen – ein zusätzlicher Preis gezahlt wird. Return OF money before return ON money. Ein klares Indiz dafür, dass sich die Vertrauenskrise weiter verschärft. Und das hat wiederum mit der zögerlichen und ungenügenden Reaktion der europäischen Staats- und Regierungschefs zu tun, die seit Frühjahr 2010 in unzähligen Gipfel- und Krisentreffen offenbar das Vertrauen der Investoren eben nicht zurück gewinnen konnten – too little, too late. Standard & Poor’s begründet das kürzlich erfolgte Downgrading mehrerer Euro-Länder (darunter Österreich) folgendermaßen:

[W]e believe that a reform process based on a pillar of fiscal austerity alone risks becoming self-defeating, as domestic demand falls in line with consumers‘ rising concerns about job security and disposable incomes, eroding national tax revenues.

Um den Turnaround zu schaffen, wäre ein Politik- und Paradigmenwechsel notwendig, der Investitionen in Wachstumsbranchen (Bildung, öffentliche Infrastruktur, Beschäftigung) vorsieht. Das Wirtschaftsforschungsinstitut WIFO warnt vor den Auswirkungen der Krise, wenn die Konsolidierungsbemühungen „nicht wachstumsorientiert und mit Blick auf die Arbeitsmarktentwicklung gesetzt werden“ (Pressemitteilung hier). Laut WIFO wird das Wachstum 2012 nur 0,4% (real) betragen, und die Arbeitslosigkeit auf über 7% ansteigen, und damit ähnlich hoch sein wie 2009.

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Perspektiven der Geldpolitik – Post keynesianische Ansätze als Alternative

Neuer Beitrag für den ZfZ-Wissenspool

Die Rolle der Geldpolitik für die Stabilisierung der Konjunktur wurde lange hervorgehoben. 20 Jahre lang waren Makroökonomen überzeugt davon, das Ende des Konjunkturzyklus erreicht zu haben (Great Moderation), und das durch den optimierten Einsatz von Geldpolitik. Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat diese Einschätzung heftig erschüttert. Das vorliegende Papier stellt das von den Zentralbanken für ihre Politik grundlegende ökonomische Modell, den New Consensus of Macroeconomics (NCM), mit den beiden zentralen Elementen, Inflation targeting und Taylor-rule vor. Darauf aufbauend wird die Post keynesianische Kritik daran und ein alternativer Ansatz, vorgestellt. Dessen fundamentale Charakteristika stehen diametral zum NCM-Modell. Zentrale Punkte umfassen die Problematik des Einsatzes von Geldpolitik zur Steuerung des Konjunkturzyklus, als auch die Rehabilitation von Fiskal- und Einkommenspolitik. Abschließend werden einige Perspektiven für eine alternative Geldpolitik aufgezeigt. Der Beitrag kann hier heruntergeladen werden.

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